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Zimmerei Meik Ehrlich
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Würth
Zertifizierter Partnerbetrieb seit 1996

Meik Ehrlich
Über uns

Wir über Uns

Über den Dächern des Siegerlandes

Ab und zu  sieht man uns noch: die mit derben schwarzen Schlaghosen, Westen und großen Hüten gekleidet sowie einem geschnürten Bündel über der Schulter durch die Lande ziehen – Zimmerleute auf der Walz. Drei Jahre und einen Tag genau reisen sie während ihrer Gesellenzeit in der traditionellen Kluft von Ort zu Ort, teilweise auch ins Ausland, um für eine bestimmte Zeit auf Baustellen oder in Handwerksbetrieben anzuheuern. Gerade im Beruf des Zimmerers, einem der ältesten Handwerke überhaupt, wird das Brauchtum auf vielfältige Weise lebendig gehalten.

Wer Zimmerer werden will, muss schwindelfrei sein, denn sein Arbeitsplatz befindet sich zum großen Teil in luftiger Höhe. Die Errichtung von Dachstühlen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Handwerks. Seit jeher kommt diesem Bauabschnitt eine besondere Bedeutung zu, der mit dem Richtfest seinen krönenden Abschluss findet. Nach altem Brauch befestigen wir den mit bunten Bändern geschmückten Richtbaum am Dachstuhl, wo er den Fortgang des Baus ankündigen soll. Mit dem Richtspruch bedanken wir uns bei dem Architekten, dem Bauherrn und allen an dem Bau beteiligten und erbittet den Segen für den Bau und alle die dort ein- und ausgehen. Unsere Zimmerei hält diesen stolzen Brauch seiner Zunft gerne aufrecht.

Weichen in die Selbständigkeit frühzeitig gestellt

Meine Berufswahl kommt nicht von ungefähr, da mein Vater, seit über 30 Jahren bei einem großen Hoch- und Tiefbauunternehmen als Zimmermann tätig war. So lag es nahe, dass ich nach der Schule bei der gleichen Firma eine Lehre als Zimmermann begann – schon damals mit dem Ziel, sich irgendwann einmal selbstständig zu machen.

Mein weiterer Werdegang könnte gradliniger nicht sein. Nach Abschluss der Lehre wurde ich als Geselle übernommen und arbeitete fünf Jahre als Einschaler. Auf die traditionelle Walz verzichtete ich zugunsten einer schnellen Ausbildung. „Leider leisten es sich immer weniger junge Menschen, diesem alten Brauch nachzugehen“, bedauere ich rückblickend. Stattdessen entschied ich mich damals für den Besuch der Meisterschule in Kaiserslautern, die ich nach einem Jahr erfolgreich abschloss. Anschließend kehrte ich zunächst für ein weiteres Jahr als Vorarbeiter zu meinem alten Arbeitgeber zurück.

Die Weichen für die Selbstständigkeit waren zu diesem Zeitpunkt längst gestellt. Konsequent hatte ich schon während der Lehre damit begonnen, in die ersten eigenen Maschinen zu investieren. „Während andere in den Urlaub fuhren oder sich Motorräder kauften, habe ich mir lieber von meinem ersten selbst verdienten Geld eine Kreissäge gekauft“, blicke ich heute schmunzelnd zurück. Peu à peu hatte ich mit den Jahren alles, was man an technischer Ausrüstung für den Start benötigte, zusammen.

Nach meiner Meisterprüfung arbeitete ich auf dem elterlichen Grundstück in jeder freien Minute am Bau einer eigenen Halle. Nach einem Jahr Bauzeit war es dann soweit: 1996 wurde die Halle feierlich eingeweiht. Endlich fiel der lang ersehnte Startschuss für die Zimmerei Meik Ehrlich. Als Startkapital kam eine „Meistergründungsprämie“ über damals 20.000 DM gerade recht, die ich auf Grund eines Tipps der Handwerkskammer und der Meisterschule beantragt hatte.

Vom Backes bis zur Schnapsbrennerei

Der erste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten: Der Wilnsdorfer Backes sollte um einen kleinen Anbau im Jahre 1996 erweitert werden. Kein Großauftrag zwar, aber die erste Arbeit als mein eigener Herr – uns somit in besonders guter Erinnerung. Weitere Aufträge folgten. Heute baut unser Unternehmen Dachstühle, Vordächer, Gauben, Carports, Balkone, Geländer und Wintergärten oder führt Außenverschalungen bei Neubauten aus. Empfehlungen zufriedener Bauherren haben inzwischen sogar zu Aufträgen über die Grenzen des Siegerlandes hinaus bis ins Ruhrgebiet geführt. Zu den interessantesten und anspruchvollsten Leistungen bisher zählten z.B. die Renovierungsarbeiten an einer unter Denkmalschutz stehenden Schnapsbrennerei in Bochum, deren schmucke Erscheinung somit auch in Zukunft das Stadtbild positiv mitprägen wird.

Als „Sein eigener Herr“ noch motivierter

Mittlerweile beschäftigt unser Unternehmen einen Gesellen und wir haben bis heute zwei Lehrlinge ausgebildet. Mit der Auftragslage bin ich zufrieden (Wird wöchentlich aktualisiert). „Nach vier Jahren hat sich herumgesprochen, was wir können“, ist meine selbstbewusste Einschätzung der Lage. Auch wenn die Selbstständigkeit nicht immer ein Zuckerschlecken ist, bereut habe ich meine Entscheidung noch nie. Einer 60- bis 70-Stunden-Woche halte ich entgegen, dass ich heute mein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann und dadurch mit mehr Spaß und Motivation an die Arbeit gehe.

Geholfen hat mir auch der große Rückhalt in der Familie: die Erfahrung, die mein Vater an mich weitergeben konnte, meine Frau Barbara, die in der Buchhaltung mithilft, und nicht zuletzt die Töchter Jessika, Annika und Sohn Tom die so manchen harten Arbeitstag am Feierabend schnell vergessen lassen.

Meine beste Referenz ist unterdessen mein eigenes Elternhaus. Ganz entgegen dem Volksmund, der behauptet, der Schuster habe die schlechtesten Leisten, stockte ich dieses vor längerer Zeit um meine eigene Wohnung auf – gekrönt von einer aufwendigen Dachkonstruktion. Die brachte mir sogar viel Lob und Anerkennung von meinem Vater Heinz ein – „und der ist“, gebe ich lächelnd zu bedenken, „naturgemäß mein kritischster Handwerkerkollege“.